Marteria
Paul Ripke

Marteria

Level 51
Von Rostock nach Roswell: Das Politische und Private auf dem neuen Album von Marteria, dem größten Rapper Deutschlands.

„Ich spring von Level zu Level zu Level“, sang Marteria auf dem ersten Track von „Zum Glück in die Zukunft“ mit der er 2010 in der breiten Öffentlichkeit ankam. Wer zu den wenigen zählt, an denen das blauäugige Wunder vorbeigegangen ist und der gerade keinen Player zur Hand hat, dem liefert SCHALL. eine Zusammenfassung.

Kick And Smile
Alles begann bei ihm zunächst mit zwei Karrieren, die nichts mit Musik zu tun hatten. Als rechter Verteidiger beim FC Hansa Rostock schafft es der in der Hansestadt geborene Marten Laciny in die Nationalmannschaft der U 17. Da hat er sich dank des älteren Bruders schon längst mit dem HipHop-Virus infiziert und rappt mit Kumpels um die Wette, mit denen er sich dann zur Rap-Crew Warn Direct zusammenschließt und das Mixtape „10 Schritte Voraus“ aufnimmt. 1997, so die Legende, erblickt „Marteria“ das Licht der Welt – wenn auch nur als Hobby. Mit Martens Volljährigkeit kommt dann schon der nächste, unerwartete, Karriereschritt: Auf einer Reise nach New York wird der hochgewachsene junge Mann als Model entdeckt – und bleibt gleich in der Weltmetropole, wo er an Aufträge für namhafte Designer kommt und auch nach Paris und Mailand jettet. Für einen jungen Menschen eine krasse, doch vor allem eine lehrreiche Erfahrung: Denn für Marten zeigt sich, dass das nicht das Leben ist, das er führen will.

Zurück in Rostock heißt es für ihn: zurück zum HipHop. Dieses Mal mit vollem Einsatz. Er wird Mitglied der Underdog Cru, in kleinen Schritten geht es von lokalen Auftritten über bundesweite Bookings und das renommierte splash!-Festival zu einer Europa-Tour mit Mark B & Blade, Flowmarkt und den Cypress Hill-verbundenen Delinquent Habits. Marterias erstes Solo-Album bei Punchline Records, mit denen er bereits 1999 einen Vertrag abschließt, kommt indes wegen finanzieller Schwierigkeiten des Labels nicht zur Veröffentlichung.

Lesen Sie mehr in SCHALL. Nr. 8 (Frühling 2017).

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