Max Raabe
Ilan Hamra

Max Raabe

Mit Scheitel, Frack und Fliege
Max Raabe und sein Team erobern den Pop.

Max Raabe verzaubert mittlerweile sein Publikum weltweit. Die New Yorker Daily News zählt den Bariton aus Berlin zum Feinsten, was die Carnegie Hall je geboten hat.

Sein neuestes Album „Wer hat hier schlechte Laune“ entstand derweil Zuhause in Zusammenarbeit mit u.a Peter Plate und Ulf Leo Sommer, die für sämtliche Rosenstolz-Hits und den Soundtrack der TV-Serie „Ku’damm 56“ verantwortlich zeichnen. Mit einem lässig-selbstironischen Max Raabe alias Matthias Otto sprach SCHALL. über klimaneutrales Touren, seinen Gastauftritt in der neuen Staffel von „Babylon Berlin“ und darüber, was er sich zu seinem 60. Geburtstag am 12. Dezember nicht wünscht.

Herr Raabe, haben Sie viel ausprobiert, um den Sound für das Album zu finden?
Da verlasse ich mich immer ganz auf die Menschen, mit denen ich zusammenarbeite. Peter Plate, Ulf Sommer, Achim Hagemann, Annette Humpe, die sich mit der Popmusik auskennen. Die hören gern, was ich so sage, aber sobald sie ein bisschen verhalten sind, halte ich sofort den Mund, weil die von diesen poppigen Geschichten viel mehr Ahnung haben. Beim Texten kann ich mich viel mehr austoben. Es ist toll, dass man im Team arbeiten kann. Die Stücke, die ich mir allein ausgedacht habe, sind musikalisch immer in den 20er und 30er Jahren verhaftet gewesen. Aber mir kommt es darauf an, dieses Repertoire in die Gegenwart zu tragen, mit der Ironie und dem Schwermut. Und wenn es mir zu wild wird, sage ich das auch. Und die anderen schätzen es, mit jemandem wie mir zusammenzuarbeiten, der wiederum einen ganz anderen Blick auf Text und Musik hat.

Sie möchten gern mit Tieren kommunizieren, singen Sie auf der Platte. Haben Sie ein Haustier?
Nein. Annette und ich haben einfach Spaß an Stücken mit Kinderliedcharakter. Es gibt ja Leute, die Kraken kennen gelernt haben, aber ich habe keine eindeutigen Erfahrungen mit Tieren. Ich komme mit allen gut klar. Mein Trick, wenn ich in eine Wohnung komme, in der Hunde und Katzen sind, ist: ich ignoriere die eisenhart. Nach einer Zeit kommen die alle angeschwänzelt und wollen Sympathie erheischen. Und dann werden sie durchgekrault.

Sie singen auch über das Fahren mit Strom, und bei einigen Stücken erklingen sogar elektronische Rhythmen. Wollen Sie mit der Zeit gehen?
Achim Hagemann ist bei diesem wuchtigen Stück vorgeprescht. Wir haben dadurch eine gewisse stilistische Spannbreite bekommen. Da wollte ich mal nicht feige sein.

Lesen Sie mehr in SCHALL. Nr. 28 (Herbst 2022).

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