Westernhagen
Olaf Heine

Westernhagen

Von der Verpflichtung die Stimme zu erheben
Westernhagen über unsere Zeit und seine Sinnsuche.

Mit 17 Millionen verkauften Tonträgern ist Marius Müller-Westernhagen einer der erfolgreichsten deutschen Rockmusiker. Mit 73 veröffentlicht er nun sein 23. Studioalbum „Das eine Leben“ und übt Gesellschaftskritik.

Mit „Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz“ gelang ihm 1978 der Durchbruch, mit Filmen wie „Theo gegen den Rest der Welt“ war er auch im Kino erfolgreich. Zum Hit „Freiheit“ schwenkte Gesamt-Deutschland Ende der Achtziger die Feuerzeuge. Zehn Jahre später füllte der in Düsseldorf geborene Künstler Stadien mit mehr als 80.000 Fans. Beim SCHALL.-Interview in Berlin erzählt er von seinem persönlichen Luxus, der Liebe zu zwei starken Geschlechtern und warum er immer noch ein dünner Hering ist.

Herr Westernhagen, wie kommt es, dass Sie nach acht Jahren ein Studioalbum mit neuen Songs veröffentlicht haben?
Ich saß im ersten Lockdown in Kapstadt und kam nicht raus aus Südafrika. Das hat mir schon Unbehagen bereitet, weil alle Leute, die ich kannte und die die Krankheit bekommen hatten, ins Krankenhaus kamen, und das war es dann. Der Lockdown dort war wesentlich schärfer als hierzulande. Es gab Militär in den Straßen, du durftest noch nicht mal spazieren gehen. Wenn du zum Arzt wolltest, musstest du eine Bescheinigung haben. Man saß im Haus und war geradezu gezwungen, viel nachzudenken, auch über das, was sich da gesellschaftlich veränderte. Ich musste spontan niederschreiben, was ich dachte und fühlte. Ich spürte geradezu die Verpflichtung dazu, meine Stimme zu erheben.


Der Tod spielt auf der neuen Platte immer mal wieder eine Rolle.
Ja, ab einem gewissen Alter sowieso. Ich habe mir allerdings schon sehr früh Gedanken um den Tod gemacht, denn je früher du dich damit auseinander setzt, desto leichter wird’s wahrscheinlich.

Lesen Sie mehr in SCHALL. Nr. 27 (Sommer 2022).

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