Kat Frankie
Elina Kechicheva

Kat Frankie

Die neue Direktheit
Kat Frankie macht Protestmusik, die nicht nach Protest klingt.

2004 reiste Kat Frankie von Australien nach Berlin. Fasziniert von der Kultur- und Clubszene der Stadt, beschloss die Singer/Songwriterin hier ihre Karriere zu starten. Im Lauf der Zeit arbeitete sie mit Casper, Clueso, Olli Schulz, Get Well Soon und nahm als Teil des Duos KEØMA am Eurovision Song Contest 2016 teil. Daneben fungiert sie als Produzentin sowie Komponistin von Soundtracks und nahm bereits fünf Soloalben auf. Ihr aktuelles Werk heißt „Shiny Things“ und wurde zum großen Wurf, der mit griffigen Songs und Protesttexten auftrumpft.

Erst am Vortag des Gesprächs ist Kat Frankie von Australien nach Berlin zurück geflogen, das sie ausdrücklich „Zuhause“ nennt. Kathrin Mellander, so ihr Geburtsname, wurde 1978 in Sydney geboren, 2004 zog sie ins dicke B. Was vermisst sie an Down Under, wenn sie zurück in ihrem Neuköllner Kiez ist? „Mir fehlen meine Familie, das sonnige Wetter und das Essen, es gibt viele tolle Restaurants in Sydney.“ Und umgekehrt, wenn sie in Australien ist, was vermisst sie an Berlin? „Meine Freundinnen und Freunde fehlen mir natürlich und die Kultur. Sydney ist eine glamouröse Stadt, aber die Leute arbeiten viele Stunden am Tag, man braucht viel Geld, um in dieser teuren City zu wohnen. Zudem haben die Bars in Berlin länger auf, in Sydney gehen die Leute früh ins Bett. Und das Bier in Berlin ist viel besser!“ In einem Interview hat ihr Landsmann Nick Cave einmal gesagt, in Australien dürfe man nicht traurig sein. Stimmt das? „Das ist immer noch wahr! In Sydney geht es eher um Entertainment als um Bedeutung. Dort scheint die Sonne immerzu, in diesem warmen Wetter will man keine traurigen Lieder hören“, erklärt Kat lachend.

Lesen Sie mehr in SCHALL. Nr. 26 (Frühling 2022).

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