Michael Patrick Kelly
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Michael Patrick Kelly

„Das ist es, was ich wollte!“
Michael Patrick Kelly über sein fünftes Album „B.O.A.T.S.”.

„Ich bin ein Künstler, der sich nicht in Schubladen stecken lassen möchte“, so Michael Patrick Kelly, drittjüngstes Mitglied der populären The Kelly Family, inzwischen aber seit über zehn Jahren auf Solopfaden unterwegs. „Das fängt bei mir selbst an: Ich bin eigentlich im Pop/Rock/Folk zuhause, weil das meine Prägungen sind. Aber die letzten Jahre habe ich mir auch erlaubt, nicht nur mehr Urban Music zu hören, sondern ein paar Songs in dieser Richtung auszuprobieren, auch etwas Reggae zu testen.“ Auch elektronische Musik finde er spannend. Dass er im Herzen nach wie vor Rocker sei, spüre man am ehesten bei seinen Auftritten, nicht so sehr in den Singles, die im Radio hoch und runter laufen.

Als die Mitglieder der Kelly Family, die in den 1990er-Jahren zu den kommerziell erfolgreichsten Bands Europas gehörte, Anfang der 2000er nach und nach eigene Wege gingen, zog sich der damals noch als Paddy Kelly bekannte Sänger, Musiker und Komponist nach seinem Solodebüt „In Exile“ (2003) für sechs Jahre ins Kloster zurück, um zur Ruhe und zu Gott zu finden. Dort allerdings fehlte ihm irgendwann die Musik und so wagte er den Neuanfang. Er etablierte sich mit den Alben „Human“ (2015), „Ruah“ (2016) und „iD“ (2017) erneut als einer der erfolgreichsten Pop-Künstler Deutschlands. Jetzt erscheint sein fünftes Studioalbum „B.O.A.T.S.“. Kurz vor einem Konzert in der Hamburger Elbphilharmonie mit dem „Sing meinen Song“-Ensemble hat er sich die Zeit genommen für ein durch und durch sympathisches Gespräch über seine für ihn bisher „beste und persönlichste Platte“. Warum sieht er das so? „Es ist auf jeden Fall das Album, für das ich mir am meisten Zeit genommen habe. Mein letztes liegt vier Jahre zurück. Es ist auch das Album, für das ich am meisten Songs geschrieben habe – insgesamt waren es 60. Die ausgewählten habe ich dann teilweise nochmal umgeschrieben, die Lyrics vertieft und verschärft. Auf einer Art Weltreise bin ich neuen Orten, Menschen und Co-Writern begegnet, um frische Inspiration zu bekommen.“ Auch auf Spotify und Co sucht Michael Patrick Kelly nach neuen Inspirationen, er lässt sich über die sozialen Netzwerke Künstler vorschlagen, auf die er früher vielleicht nie gekommen wäre. „Als ich noch ein Teenie war, bin ich jede Woche zu WOM gegangen und hab mir da die CDs über Kopfhörer durchgehört und dann mindestens zwei, drei Neuerscheinungen mitgenommen.“ Heute findet das eben digital statt, und diese Einflüsse widerspiegeln sich auch in seiner eigenen Musik. „Dieses Album ist sozusagen meine ‚private personal taste playlist‘“, beschreibt er „B.O.A.T.S.“ lachend.

Lesen Sie mehr in SCHALL. Nr. 25 (Herbst 2021).

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