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LEA
Jens Koch

LEA

Vertonte Tagebucheinträge
LEA hat die Selbstfindungsphase hinter sich gelassen.

Auf ihrem neuen Album „Treppenhaus“ macht LEA da weiter, wo sie bei „Zwischen meinen Zeilen“ aufgehört hat: Anspruchsvoller Pop trifft auf persönliche und intime Texte.

Die Geschichte von LEA liest sich wie das perfekte Pop-Märchen: Im zarten Alter von sechs Jahren begann sie mit dem Klavierspielen, als Teenager landete sie ihren ersten YouTube-Hit und wenig später unterschrieb sie einen Plattenvertrag. 2017 gelang ihr dann der große Durchbruch: Die Single „Leiser“ verkaufte sich über 400.000 Mal. Pünktlich zu ihrer Teilnahme in der VOX-Show „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ hat die 27-Jährige nun ihr drittes Album „Treppenhaus“ veröffentlicht. Darauf bleibt sie ihrem Stil treu. „Selbstfindungsphasen machen immer dann Sinn, wenn man noch nicht so richtig angekommen ist. Ich hatte bei ,Zwischen meinen Zeilen‘ aber das Gefühl, dass ich wirklich mit jedem einzelnen Song zu 100 Prozent bei mir war. Deswegen wollte ich dieses Mal gar nicht so viel anders machen“, erklärt LEA. „Das Schöne an Alben ist ja, dass sie eine gewisse Zeit in meinem Leben dokumentieren. Sie fangen ein, wie es einem in dem Moment geht. Man kann das vergleichen mit einem Tagebuch, in dem man Jahre später nachlesen kann, wie man sich gefühlt hat und was einen beschäftigt hat.“


Ein Tagebuch kann man allerdings gut verstecken, im Zweifel sogar ein Schloss dran machen. Bei LEA allerdings liest eine ganze Nation mit. „Jeder, der im öffentlichen Leben steht, macht sich angreifbar. Man muss sich da ein bisschen abhärten, es gehört halt dazu“, findet sie. „Dass ich Menschen mit meiner Ehrlichkeit und meinen Worten helfen kann, ihre eigene Geschichte vielleicht besser zu verstehen oder zu akzeptieren, ist mir wichtiger, als dass ich mich verschließe, nur um mich selber zu schützen. Jeder entscheidet ja, wie viel er preisgibt und ich habe für mich die Regel gefunden, dass ich alles, was mit der Musik zu tun hat, gerne preisgebe, mein Privatleben dafür aber schütze.“

Trotzdem sind es sehr persönliche Themen, denen LEA sich auf „Treppenhaus“ widmet: Verpackt in schönen Popmelodien singt sie von Freunden, der Liebe und ihrer Familie. „Zwischenmenschliche Beziehungen werden ja einfach nie langweilig. Es gibt immer wieder neue Blickwinkel, aus denen man schreiben kann“, sagt sie. „Ich habe aber auch mich selbst viel reflektiert.“ Das Titelstück zum Beispiel handelt von einer Beziehung, von der man weiß, dass sie einem nicht guttut, die man aber trotzdem nicht hinter sich lassen kann. „Wenn nur Liebe hilft“ schrieb LEA für eine gute Freundin, die unter schwerem Liebeskummer litt. In dem sorglosen „Sylt 98“ derweil blickt LEA, die 1992 als Lea-Marie Becker in Kassel geboren wurde, auf die gemeinsamen Familienurlaube und unbeschwerte Zeiten zurück. „Immer wenn du bei mir ist, ist es wie Sylt 98“, singt sie im Refrain und meint damit ihre Schwester. „Wir waren immer Campen, in Italien, Kroatien oder eben auf deutschen Inseln wie Sylt“, erinnert sie sich. „Ich hatte eine wunderschöne Kindheit und ich denke so gerne daran zurück, wie wir früher Indianer gespielt und überall Höhlen gebaut haben.“

Lesen Sie mehr in SCHALL. Nr. 20 (Sommer 2020).

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