Miss Platnum
Chris Gonz

Miss Platnum

Über den Dingen und zwischen den Stühlen
Ruth Maria Renner ist auf allen Wegen und Irrwegen immer Miss Platnum.

Mittlerweile sollte sie jeder kennen, spätestens seitdem sie in der Jury der neuesten Popstars-Staffel gesessen hat. Doch ihre Stimme haben auch all jene gehört, denen der Name Miss Platnum nicht gleich geläufig ist, denn sie singt schon seit vielen Jahren für ihre Freunde von Seeed, bei Peter Fox Solo oder Marteria. Das Interessanteste an ihr ist aber ihre eigene Karriere. Kurz vor der Veröffentlichung des neuen Albums „Ich war hier“ hatte SCHALL. die Gelegenheit, die Ausnahmefrau zu treffen.

Ganz unbemerkt feiert Miss Platnum in diesem Jahr ein Jubiläum – vor zehn Jahren erschien ihr erstes Album „Rock Me“ auf dem Sonar Kollektiv Label von Jazzanova. Ein Fakt, der offiziell nirgends erwähnt wird. „Es gibt auch nicht so viele, die wissen, dass das Album überhaupt existiert“, erklärt Miss Platnum, die eigentlich Ruth Maria Renner heißt. Es ist auch nicht so, dass sie diese Lieder in ihrem Live Set hätte. Kein einziges. Was einen simplen Grund hat: es war ein Flop. „Ich habe damals so sehr an das Album geglaubt. Es so abgefeiert“, aber abgesehen vom Label und einigen wenigen Hörern haben das leider nicht viele. Was nicht an ihr und erst recht nicht an der Musik auf dem Album lag. Es war eines dieser Probleme, denen man sich irgendwann als Künstler stellen muss – es war nicht klar definiert, wer sie als Musikerin sein will. „Darum habe ich mir damals auch noch keine Gedanken gemacht.“ Sie sang einfach gute R‘n‘B Musik, das sollte doch reichen! Was es natürlich in den meisten Fällen eben nicht tut. „Man braucht ein Image. Man braucht eine Geschichte dahinter.“ Also entstand eine erste öffentliche Persona – sie begann mit ihrer rumänischen Herkunft zu arbeiten, und ihr „zweites erstes“ Album, „Chefa“ gab ihr Recht. Es war die Verbindung aus HipHop, R‘n‘B und Balkanmusik, die sie bekannt machen sollte.

Lesen Sie mehr in SCHALL. Nr. 2 (Herbst 2015).

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