Nina Hagen
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Nina Hagen

Na was denn?!
Wie Nina Hagen zu Nina Hagen wurde.

Nina Hagen, Ikone der Pop-Kultur, eine der wenigen internationalen Kultfiguren, die dieses Land (gemeint ist das ganze) hervorbrachte, wird am 11. März dieses Jahres 65 Jahre alt. Grund genug, mal wieder zu den Anfängen dieser bemerkenswerten Karriere zurückzukehren.

Ihren Durchbruch erlebte die exzentrische Punk-Diva Ende der 1970er Jahre mit den Alben „Nina Hagen Band“ und „Unbehagen“. Es ist jedoch einigermaßen bekannt, dass Nina Hagens Weg schon in der DDR begann, auch im Westen kennen die Kundigen ihren größten Ost-Schlager „Du hast den Farbfilm vergessen“. Weit weniger verbreitet ist die Tatsache, dass sie von 1974 bis zu ihrer Ausbürgerung Ende 1976 eine ganze Menge Tracks in den Rundfunkstudios der DDR aufgenommen hatte und dort im Radio ständig präsent war. Die neue Kopplung „Was denn“ fasst diese Stücke zusammen und fördert dabei überaus Hörenswertes zutage.

Doch von Anfang an: Catharina „Nina“ Hagen, die Tochter der bekannten Schauspielerin Eva Maria Hagen, groß geworden im Haushalt mit deren Lebensgefährten, dem umtriebigen Liedermacher Wolf Biermann, wuchs quasi in die DDR-Künstlerbohème hinein. Eine Art renitent-aufmüpfiger Inner Circle mit vielfältigen Verbindungen quer durchs Land und besten Westkontakten. In den sowohl geographisch als auch geistig engen Grenzen der eingemauerten Republik war das eine Art Parallelwelt, die sich der eigenen Sonderstellung bewusst war und sie auch genoss.

Hagen durfte nicht Schauspiel studieren (sie spielte trotzdem an der Seite der Mutter in einigen Filmen mit), ließ aber früh und erfolgreich ihre Stimme schulen. Mit gerade 18, nach der Ablehnung an der Schauspielschule, tauchte sie eine Weile in Polen unter, jobbte als Barsängerin. Das ging Anfang der 1970er noch relativ unproblematisch. Wieder zurück, trällerte sie zum Broterwerb in der Kapelle des Orchesterleiters Alfred Wonneberg. Bei einer dieser Big-Band-Galas fiel sie 1974 dem Musiker Michael Heubach (damals 23) auf.

Lesen Sie mehr in SCHALL. Nr. 19 (Frühling 2020).

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