Bell Book & Candle
Chris Gonz

Bell Book & Candle

So sind wir
Bell Book & Candle finden zu einer neuen Erzählweise.

Gleich ihre allererste Single „Rescue Me“ machte das Berliner Trio Bell Book & Candle in ganz Europa bekannt. Jana Groß, Andy Birr und Hendrik „Henne“ Röder heimsten Platin in Deutschland und Österreich, Gold in Schweden und Spanien sowie Preise wie die Goldene Kamera ein. Jetzt – 1.800 Konzerte zwischen Templin und Texas, zwei Millionen verkaufte Tonträger und über 20 Jahre später – setzen Bell Book & Candle zum Neustart an. Jana Groß, Sängerin und Texterin der Band, erzählt in SCHALL. über die neuen Songs auf Deutsch, die Wurzel ihres Glücks und warum sie ihrem großen Hit in die Wangen kneifen wollen.

Ich habe mir kürzlich euren Silvester-Auftritt am Brandenburger Tor vom letzten Jahreswechsel angesehen. Die Leute singen nach wie vor euren Hit „Rescue Me“ mit. Wie fühlt sich das für euch an? Was bedeutet euch dieser Song heute?
Es fühlt sich ganz wunderbar an, wenn so viele Menschen etwas mit einem Song verbinden. Es ist ja der Traum der meisten Musiker, die viel Herzblut und Zeit in ihre Musik stecken. Dass uns das passiert ist, ist ein Geschenk!

„Rescue Me“ war nicht nur bei uns ein Hit, der Song platzierte sich auch in den UK-Charts, es gab Gold in Ländern wie Spanien und Schweden. Wie hat die Nummer euer Leben verändert?
„Rescue Me“ ist tatsächlich einer der ersten Songs, die wir überhaupt geschrieben haben, und er hat uns somit schon am Anfang unserer Bandgeschichte die ganze Welt gezeigt. Wir spielen ihn nach wie vor gern, er ist wie ein kleiner Junge, dem man immer in die Backen kneifen will.

Auch wenn sich der Erfolg in dieser Größenordnung nicht wiederholen ließ, wart ihr nie wirklich weg gewesen. Es gibt von euch, inklusive des neuen, sechs Studioalben sowie zwei Unplugged-Mitschnitte auf CD, und ihr tourt regelmäßig. Dennoch sprechen die Medien aktuell von eurem Comeback. Ärgert euch das?
Die Medien und die meisten Menschen haben uns sicher nicht mehr auf dem Schirm. Es ist einfach so, dass nicht automatisch über neue Veröffentlichungen oder Tourneen berichtet wird, wenn nicht etwas Großartiges nebenbei passiert. Dann gibt das schon eher eine Meldung. Also Trennungen, Schulden, Alkohol usw. Oder man ist Herbert Grönemeyer – in diesem Status sind sicher auch musikalische Geschehnisse erwähnenswert. Unsere Situation ist ja, dass der Hit und das darauffolgende Album vor 21 Jahren und somit in einer Zeit existierten, in der das Internet ganz am Anfang stand. Es gab keine sozialen Medien, die heute sehr hilfreich beim Wahrnehmen und Unterstützen der Künstler sind. Da kommen wir jetzt – 2018 – für viele tatsächlich aus den 1990ern … Dafür fällt aber auf, dass die, die uns noch kennen oder gerade wiederentdecken, sehr interessiert und treu sind.

Ich erinnere mich an den Tatort-Schimanski-Song „Bliss In My Tears“ und selbst Sheryl Crow hatte euch mal einen Song geschrieben. An welche Erlebnisse und Eindrücke denkst du zuerst, wenn du auf die letzten 20 Jahre zurückschaust?
Ich bin wirklich sehr dankbar, für viele Begegnungen, die sich aus der Musik und deren Umfeld – sei es auf Tour oder im Studio – ergeben haben. Und dann sind es natürlich Konzertereignisse, wie die Support-Touren für Roxette und Whitney Houston in Deutschland, große Festivals in anderen Ländern mit vielen coolen Kollegen und die Shows auf dem Eis mit Katarina Witt hier und in den USA. Das sind Momente, die unabhängig von Erfolg immer bleiben.

Lesen Sie mehr in SCHALL. Nr. 11 (Winter 2018).

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