The Love Bülow
Ron Marzok

The Love Bülow

Wer soll das bezahlen?
Wie The Love Bülow 20.000 Euro über Crowdfunding einnahmen, warum sie Nino De Angelo lieben und welche Verantwortung die Fans haben.


Neulich in Berlin-Friedrichshain: The Love Bülow sind bester Stimmung. Das dritte Album ist im Kasten und abgemischt, es muss nur noch gemastert werden, das Video zur ersten Single ist abgedreht und die Tour geplant – kurz: alles läuft wie geschmiert. Zumindest jetzt. Denn fast hätte es „Leuchtfeuer“ gar nicht gegeben. Für einen Moment im Herbst 2014 sah es danach aus, als würden sie das Album nicht finanzieren können. Denn als Falk-Arne Gossler (Rap, Gesang), Michél Kollar (Gitarre, Gesang), Golo Schmiedt (Schlagzeug, Gesang), Juri Westermann (Bass) und Jakob Unger (Keyboard, Gesang) versuchten, 20.000 Euro über eine Crowdfunding-Plattform zu sammeln, lief es schleppend. Vorsichtig gesagt. Nicht, dass überhaupt kein Geld zusammenkam, aber eben doch viel weniger als erwartet und vor allem als benötigt. Ein Gespräch über die Realitäten des Musikgeschäfts, die Verantwortung der Fans – und Nino De Angelo.

Juri: Das Thema Crowdfunding tauchte schon vor zwei Jahren das erste Mal auf, aber damals war es nicht nötig, da wir alles auf einer Low-Budget-Art gemacht haben. Das konnten wir alles noch selber stemmen. Doch jetzt wurde klar, wir brauchen größere Summen, um ein gutes Album zu machen. Und da sonst nirgendwo Geld war, blieb nur die Crowd.

Michél: Wir arbeiten seit sieben Jahren darauf hin, von der Musik zu leben, und wir wussten, das dritte Album kann kein Achtungserfolg mehr bleiben, das muss Hand und Fuß haben. Wir müssen Geld in die Hand nehmen, sonst brauchen wir es gar nicht machen. Es gab während der Crowdfunding-Phase Momente, da waren wir überrascht, wie schlecht es lief. Die Hardcore-Fans haben natürlich etwas gegeben, aber wir haben uns gefragt, warum es so wenig getan wird. Wir hatten eine Krisensitzung und überlegten, ob wir nur eine EP veröffentlichen. Es war eine Scheißzeit. Man wacht auf, geht auf die Website und denkt so: Aaarg!

Juri: Wieder bloß 10 Euro ...

Lesen Sie mehr in SCHALL. Nr. 1 (Sommer 2015).

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