Donots
Patrick Runte

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Fickparty in der Scheune
Von Die Ärzte bis Turbostaat: Die TopTen der Deutschpunkalben von Donots-Frontmann Ingo Knollmann.

Inzwischen hat es die Runde gemacht: „Karacho“, das aktuelle Top5-Album der Donots, ist das erste in ihrer Muttersprache. Um das nach über 20 Jahren englischer Songs hinzukriegen, hörte sich Sänger Ingo Knollmann seine Deutschpunk-Platten von früher an. Prima Gelegenheit für SCHALL., den Frontmann nach seiner persönlichen Top Ten der Deutschpunk-Scheiben zu fragen. Das Ergebnis, ohne besondere Rangfolge, findet Ihr hier.

Muff Potter: „Bordsteinkantengeschichten“ (2000)
Muff Potter stammen aus Rheine, das liegt nahe bei Ibbenbüren. Deren Sänger Nagel hatte ein Fanzine namens Wasted Paper, es war das erste Fanzine in unserer Gegend. Irgendwann haben wir mit Muff Potter Shows zusammen gespielt, daraus erwuchs eine liebgewonnene Tradition, dass beide Bands bei jeder gemeinsamen Show „Oyster“ von Jawbreaker coverten. Die eine Band hat angefangen, die andere hat den Song zu Ende gebracht. Das zugehörige Jawbreaker-Album „Dear You“ ist eine Lieblingsplatte von Nagel und mir. Es behandelt die Angst der Teenager und all das, womit ein Jugendlicher beim Erwachsenwerden konfrontiert wird. Muff Potter waren für mich stets die deutschen Jawbreaker, sie wussten wie man Herzschmerz und Auf-die-Fresse-fallen in knackige Wortspiele packt und dem ganzen einen Straßenköter-Assel-Gestus verpasst.

Dackelblut: „Schützen und Fördern“ (1995)
Dieses Album muss man abseits von allen anderen betrachten. Jens Rachut, der Sänger und Vorsteher, hat eine ganz merkwürdige Art, Texte zu schreiben. Man versteht nicht so richtig, worum es in jeder Zeile geht, aber man kriegt ein Gefühl davon. Er schreibt wie kein zweiter in Deutschland, seine Texte sind kryptisch, aber irgendwas sagen die einem. Mein Lieblings-Dackelblut-Song heißt „Waschen gehen“. Er handelt von der skurrilen Situation, dass ein Mörder nach Hause kommt und seine Frau ihm sagt: „Du hast zwar heute wieder Leute umgebracht, aber du musst trotzdem deine Wäsche waschen – die wäscht sich nicht von alleine.“ Diese Band ist die Blaupause für Gruppen wie etwa Turbostaat, die sich auf Dackelblut beziehen.

Lesen Sie mehr in SCHALL. Nr. 1 (Sommer 2015).

(3 Stimmen)
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